Nach abgeschlossener Sanierung wird im Moment eine neue Ausstellung im "Dicken Heinrich" vorbereitet.

Sanierung "Dicker Heinrich", © Udo Schwarz

Endlich ist es so weit - die Mitglieder unserer Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz Merseburg e.V. können im Ausstellungsraum des ehemaligen Wehrturms „Dicker Heinrich“ am Merseburger Schloss eine neue Ausstellung aufbauen.

 

Warum erst jetzt? Was war passiert?

 

Am 3. Februar 2014 lief Wasser aus dem Heizungssystem unkontrolliert aus und schädigte den Turm vom Ausstellungsraum in der oberen Etage bis hinunter ins Kellergewölbe. Während sich zuvor bereits ein ähnliches Ereignis abspielte, der Defekt jedoch schnell entdeckt und repariert wurde, kam es in diesem Fall zu einem großen Schaden. Jetzt musste im großen Stil saniert werden (siehe hierzu Notiz in der „MZ“ vom 10./11.08.2019). Mit dieser Situation war unser Verein völlig überfordert. Wir realisieren unsere Vorhaben ehrenamtlich und über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Deshalb sind die Mitglieder der Fachgruppe dem Landkreis Saalekreis, der Eigentümer des Turmes ist, für die unkomplizierte Hilfe und Unterstützung sehr dankbar. Der Landkreis Saalekreis investierte rund 80.000,00 €.So konnten wir unmittelbar nach bekannt werden des Schadens das Inventar des Turmes, zu dem u.a. die Vereinsbibliothek und eine Präparate-Sammlung gehören, in Räumlichkeiten der Unteraltenburg zwischenlagern. Dabei wurden wir vom Bauamt des Landkreises Saalekreis großzügig unterstützt. Aufgrund des Ausfalles der Heizung im alten Wehrturm über mehrere Jahre, konnten die Räumlichkeiten nicht mehr genutzt werden und Schimmel breitete sich aus. Das hatte zur Folge, dass fast alle Schränke und das Kleinmobiliar entsorgt werden mussten.

In mühevoller Kleinarbeit begannen die Mitglieder unseres Vereins mit der Aufarbeitung des entstandenen Schadens (bisher über 500 Stunden). Insbesondere wurden über 350 Tier-Präparate in Augenschein genommen und einer individuellen Bearbeitung unterzogen.

Die Restaurierungsarbeiten an diesen Exponaten sind noch im Gange und werden den Verein weitere Jahre beschäftigen. Elf Präparate waren jedoch derart geschädigt, dass auch diese entsorgt werden mussten.

Fertigstellung "Dicker Heinrich", © M. Jungwirth

Eine fünfjährige Wartezeit ist verstrichen und das im vorigen Jahr abgegebene Versprechen der Kreisverwaltung, die Sanierung des Turmes im Herbst 2019 abzuschließen, wurde nun eingelöst. Die kommenden Monate werden die Mitglieder Fachgruppe nutzen, um eine neue Ausstellung aufzubauen. Das Thema steht schon länger fest, es soll um vom Menschen geschaffene Naturlandschaften und ihre Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt in unserer Region gehen. Dabei werden die entstandenen Bergbaufolgelandschaften, aufgelassene Sand- und Kiesgruben sowie Steinbrüche im Mittelpunkt stehen.

 

Wir hoffen, mit der neuen Ausstellung eine lange Tradition der Fachgruppe fortführen zu können.

 

1968 wandten sich die Merseburger Ornithologen erstmals in dieser Form an die Öffentlichkeit. In den 52 Ausstellungen bis zum Jahr 2014 konnten sich insgesamt über 200.000 Besucher über viele Facetten des Natur- und Artenschutzes informieren. Oftmals kam es dabei zu interessanten Gesprächen zwischen Mitgliedern unseres Vereins und den Gästen.

 

In der ersten Hälfte 2020 soll die Wiedereröffnung der Ausstellung erfolgen. Wir freuen uns schon heute darauf und hoffen, dass sich der „Dicke Heinrich“ wieder zu einem Besuchermagnet entwickelt.

 

 





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