Interessante Möwen am Wallendorfer See

 

Ein Bericht von unserem Vereinsmitglied Dave R. Bird

 

Seit den 80er Jahren habe ich Interesse an Möwen. In England verbrachte ich jedes Wochenende damit, Tausende von Möwen zu beobachten. Zu dieser Zeit habe ich die Arten Eis- und Polarmöwe kennengelernt. Auf einer Mülldeponie, in Cannock, und abends auf dem Schlafplatz „Chasewater“ war von diesen immer eine große Anzahl zu sehen. In den letzten 5 Jahren habe ich das Glück gehabt, die beiden Arten auf dem Wallendorfer See zu beobachten, einmal eine adulte Eismöwe und einmal eine immature Polarmöwe. Im Winter kommen am Tag sehr viele Grossmöwen auf dem Wallendorfer See, um zu trinken, sich zu putzen und zu rasten. Vom Steg am Parkplatz in Burgliebenau oder vom Weg zwischen den Seen aus, kann man die Möwen sehr oft beobachten. Am 11.12.2014 habe ich von hier eine Grossmöwe beobachtet, die ich nicht exakt bestimmen konnte. Diese sah mehr oder weniger wie ein Silbermöwe aus, aber der ganze Kopf war dunkel markiert. In den letzten Jahren wurde in Großbritannien (GB) und Irland (IRL) ein neue Möwenart/-unterart nachgeweisen, die Azorean Möwe, Larus michahellis atlantis. Diese Möwe auf dem Wallendorfer See sah einer Azorean Möwe sehr ähnlich. Ein guter Ornithologe aus Co.Kerry/Irland, schickte mir 2 Fotos von irischen Vögeln, welche nicht viel anders aussahen. Aber GB und IRL sind weit entfernt von Deutschland und ich wollte meine Beobachtung weiter überprüfen. Der Kopf des von mir beobachteten Vogels war gleichmäßig gepunktet, richtige Azorean Möwen sind jedoch am Kopf eher locker gestreift. Letztendlich habe ich den dänischen Autor des englischsprachigen Buches „The Gulls“ kontaktiert. Zu diesem Zeitpunkt war Klaus Malling Olsen irgendwo in Brasilien unterwegs, aber das Internet machte es möglich. Seiner Einschätzung nach war es eine „ganz typische“ adulte Silbermöwe im Winterkleid aus der Region Island oder Faroer Inseln! Dennoch war es eine sehr interessante Beobachtung. „Live and learn“.

 

 

Einige Möwenfreunde aus England haben in den letzten Jahren im Winter ähnliche Möwen beobachtet. Sie waren auch erfreut, die Meinung von K. M. Olsen zu hören. Die 2. interessante Möwengeschichte begann am 9.1.2014. Am diesem Tag befand ich mich am Runstedter See, nahe Merseburg. Nicht so weit weg ist eine kleine Deponie, auf der sich immer einige Möwen sammeln und von dort aus zum Runstedter See fliegen. Wie ich schon schrieb, habe ich viele Weißflügelmöwen (white-winged) in England kennengelernt und tätsachlich war hier am Runstedter See eine! Es war eine alte Möwe in Winterkleid, der Kopf etwas leicht braun gespreckelt, hellgrauer Rücken und weiße Flügelspitzen. Aber war da ein dünner schwarzer Streifen in den Flügelspitzen zu sehen? Zufällig war Thomas Köster in der Nähe und hat die Möwe am späten Nachmittag beobachten können. Thomas konnte bestätigen, dass ein oder zwei dünne schwarze Streifen am Flügel zu sehen waren. Ich sah diesen Vogel noch einmal am 22.2.2014 in der Kiesgrube Burgliebenau. Jetzt war der Vogel viel näher und ich konnte deutlich einen ganz dünnen scharzen Streifen in den Flügelspitzen erkennen. Aufgrund der Markierung und Silhouette bin ich der Meinung, dass es sich bei der Möwe um einen Hybrid aus Eis- und Silbermöwe handelt. Eigentlich fast unglaublich, entdeckte ich am 29.1.2015 diese Möwe wieder auf dem Wallendorfer See. Über die nächsten Wochen hinweg konnte man sie sehr oft dort beobachten, entweder auf dem Gewässer oder im Inselbereich. Ein glücklicher Beobachter fand sie sogar auf dem Eis stehend. Ich fand die Möwe an einem sonnigen Nachmittag beim Baden im Inselbereich und konnte einige sehr gute Fotos anfertigen, die deutlich die dünnen schwarzen Streifen an den Flügeln zeigen. Ein letztes Mal sah ich die Möwe am 6.3.2015 auf dem Runstedter See.

 


Ohrentaucher, © Dave R. Bird

 

 Winterbeobachtungen am Geiseltalsee

 

Ein Bericht von unserem Vereinsmitglied Dave R. Bird.

 

Meiner Meinung nach gibt es nur eine Möglichkeit, dem Geiseltalsee gerecht zu werden und die ist, ihn einfach einmal mit dem Rad zu umfahren. Die Strecke beträgt ca. 26 km - zum Laufen zu weit, aber mit dem Rad locker zu schaffen. Ich fahre mit dem Auto entweder nach Braunsbedra oder Frankleben. Da meine Tochter jetzt auf dem Reiterhof in Neumark Nord trainiert, starte ich manchmal auch von dort. In der Nähe von Braunsbedra gab es diesen Winter allerdings eine Baustelle, die den Rundweg erschwert hat. Zum Glück gab es einen Weg direkt am See, den ich entlang fahren konnte.

Es ist immer schön mit einem gleichgesinnten „Birder“ zu fahren und mit Thomas Köster hat man einen “Top-Orni“ dabei!

Mein erster Besuch war am 30.11.2014. Ich startete in Braunsbedra und schaute zunächst über den flachen Inselbereich. 31 Kraniche hatten dort übernachtet und wurden von 2 adulten Seeadlern genau beobachtet. Später überflogen weitere 80 Kraniche das Gebiet. Über den gesamten See waren sehr viele Tafelenten, Reiherenten 800 + 500 sowie 2 Bergenten verteilt. Auf der Nordseite war es sehr schön, einen Ohrentaucher ganz aus der Nähe zu beobachten. Dann kamen ein Pracht- und ein Sterntaucher hinzu.

 

 

Am 3.1.2015 startete ich mit Thomas in Braunsbedra. Wir hatten einige Probleme an der Baustelle und fuhren mit unseren Fahrrädern durch den Schlamm, bis es nicht mehr ging. Wir konnten die Räder vor Schlamm nicht mehr sehen! Auf den flachen Inseln haben sehr viele Saatgänse geschlafen, schätzungsweise 10.000. Zwischen Braunsbedra und Mücheln entdecken wir eine immature männliche Eiderente, die sehr lange von einer Silbermöwe gemobbt wurde, bis die Eiderente in Richtung Mücheln davon flog. Eine männliche Mandarinente schlief auf dem Steg in Mücheln.Wieder auf der Nordseite angelangt, waren 2 Sterntaucher und nahe Frankleben ein immatures Samtenten-Männchen zu sehen.


Am 15.2.2015, bei einem kurzen Besuch von Neumark Nord aus, konnte ich vom Ufer mindestens 6 Sterntaucher und einen Prachttaucher beobachten.

 
Am 21.2.2015 waren im nördlichen Teil des Sees 7 Sterntaucher. Das Besondere für mich waren an diesem Tag 15 Samtenten nahe Frankleben, darunter ein wunderschönes Männchen. Es gab immer noch 8 Zwergsäger, mindestens 11 Rothalstaucher und über 150 Schellenten zu sehen aber kaum Kleinvögel. Allerdings beobachtete ich meine erste Singdrossel in diesem Jahr.

 

 

Am 7.3.2015 waren die Samtenten weiter draußen auf dem See. Im Nordteil gab es nach wie vor 4+ Sterntaucher und einen Prachttaucher. 7 Schwarzhals- und 6 Rothalstaucher waren auf dem See verteilt. Der Frühling hat begonnen! 7 Spießenten, 4 Kolbenenten und insgesamt 63 Kraniche in 4 Gruppen. Auf den flachen Inseln war ein adulter Wanderfalke. Einige Rotmilane und Mäusebussarde befanden sich rings um den Geiseltalsee.





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