Sommer- und Herbst-Highlights in den Kiesgruben Burgliebenau im Jahr 2009

 

Persönliche Beobachtungen unseres Vereinsmitgliedes Dave R. Bird

 

Bereits seit Mai war ein Männchen der Zwergdommel im Schilf anwesend. Am Abend des 31. Mai zeigte es sich für einige Minuten, während es rief und letztendlich abflog. Das Zwergdommelpaar war noch bis in den August zu hören.
Einige Entenarten hatten in diesem Jahr erfolgreich gebrütet. Die Kolbenente brütete mit mindestens zwei Paaren. Ich konnte 9 und 3 Junge beobachten. Letztere wurden von einer Stockente groß gezogen. Außerdem waren viele Schellenten mit Jungen zu sehen. Darüberhinaus brüteten Graugänse, die Nilgans und die Brandgans erfolgreich.
Außergewöhnlich war eine Kurzschnabelgans, die ab dem 15. Juli zu beobachten war.
Am 19. Juni tauchten die ersten Seeschwalben auf. An diesem Tag beobachtete ich 1 Trauer- und 4 Flussseeschwalben. Am 21. gesellte sich noch eine adulte Weißflügelseeschwalbe in zu einigen T rauerseeschwalben. Noch seltener war am 1. Juli eine adult Weißbartseeschwalbe, die nur für ca. 15 Minuten anwesend war. Während dieser Zeit fing sie Insekten über der Kiesgrube und den angrenzenden Feldern.
Greifvögel konnten regelmäßig beobachtet werden. So zum Beispiel am 1. Juli ein 3-jähriger Seeadler und am 3. Juli ein adulter Adler. Einige Fischadler waren anwesend und zwei Wespenbussarde konnten regelmäßig auf ihrem Flug zum Jagdgebiet östlich der Kiesgrube beobachtet werden. Im August waren Baumfalken sehr oft zu sehen und manchmal hatte man die Gelegenheit, sie bei der Libellenjagd mit ihren fantastischen Flugkünsten zu bewundern.
Wegen des hohen Wasserspiegels waren im Jahr 2009 nur wenige „Limis“ anwesend. Trotzdem gab es immer noch ein gutes Artenspektrum zu sehen.
Am 2. September sichtete ich meinen ersten Silberreiher und gleichzeitig meinen letzten Mauersegler. Am 11. September beobachtete ich vermutlich eine seltene Grasmückenart. Leider verschwand der Vogel zu schnell im Schilf, so dass ich die Art nicht bestimmen konnte. Mitte September erschienen die ersten nordischen Gänse im Gebiet. Bemerkenswert war die Feststellung von mindestens 2 Moorenten und mindestens 2 Schwarzkopfruderenten. Am letzten Tag im Oktober hörte ich eine Schneeammer und konnte sie auch einen kurzen Augenblick sehen. Vom Wallendorfer See riefen 2 Sterntaucher und auf der anderen Seite meldeten sich 3 Singschwäne.

 


Schwarzstörche, © Dave R. Bird

 

 

Schöne Zeit in Döllnitz

 

 

Ein Kurzbericht von unserem Vereinsmitglied Dave R. Bird

 

Der 18. August 2009 war ein herrlicher Sommertag. Zusammen mit Heike fuhr ich in die Elster- Luppe-Aue nach Döllnitz. Gegen 19 Uhr kamen wir dort an. Zwei Weißstörche standen schnäbelklappernd auf ihrem Horst, ein Fischadler saß auf einen Baumstamm und verzehrte einen soeben erbeuteten Fisch. Zur gleichen Zeit waren 1 Raubwürger und 5 Neuntöter sowie einige „Limis“ zu beobachten. Gegen 19.30 Uhr flog der Erste von 13 Schwarzstörchen ein und landete inmitten der offenen Felder auf seinem Schlafbaum. Im Gegenlicht der Sonne und mit der Silhouette vom Chemiewerk „DOW“ im Hintergrund“ sah es wunderschön aus! Ganz früh am 22.August ging ich noch einmal in die Saale-Elster-Aue bei Döllnitz. Noch in der Dämmerung saßen 2 Seeadler auf ihrem Schlafbaum am Waldrand. 12 Schwarzstörche, 2 Weißstörche, 20 Graureiher und 3 Silberreiher waren zu beobachten. Aber ganz erstaunlich war der Anblick von ca. 300 Bienenfressern. Die farbenprächtigen Vögel haben vielleicht ganz in der Nähe geschlafen und befanden sich auf dem Weg zur Insektenjagd.


Siegfried Meißner, © P. Wölk

 

 

 

Siegfried Meißner verstorben

 

 

Am 3. Dezember 2008 verstarb unser Ehrenmitglied Siegfried Meißner im Alter von 82 Jahren. 40 Jahre lang leitete er die Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz Merseburg e.V. Er war Initiator und Organisator beim Ausbau des alten Wehrturmes "Dicker Heinrich" am Merseburger Schloss.

Vielen Bürgern unserer Stadt ist er durch die Ausstellungen im "Dicken Heinrich", durch Exkursionen sowie Vorträge bekannt. Darüber hinaus engagierte er sich über viele Jahrzehnte im ehrenamtlichen Naturschutz und wurde dadurch auch weit über unseren Landkreis hinaus bekannt. Die Mitglieder unseres Vereins werden sein Andenken bewahren und die von ihm begonnene Arbeit fortsetzen.


Postkarte Wanderfalke,
Foto © Dr. G. Kleinstäuber
Postakarte © Manualfaktur

 

 

 

 

Herausgabe einer Postkarte "Der Wanderfalke" (2008)

 

 

Seit 2001 ist dieser imposante Falke Brutvogel in der näheren Umgebung von Merseburg. Das gab uns Anlass zur Herausgabe dieser Karte. Wir würdigen damit das Engagement der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich über Jahrzehnte dem Schutz dieser Vogelart widmen. Unser Dank geht an Dr. G. Kleinstäuber für die Bereitstellung des Fotos sowie der EON Kraftwerke GmbH und des RKB Raffinerie- Kraftwerks-Betriebes für ihre freundliche Unterstützung.

 


 

Brutvogelerfassung des Turmfalken 2007

 

Zusammengestellt von unseren Vereinsmitgliedern Arnulf Ryssel und Udo Schwarz

 

Der Turmfalke wurde vom NABU Deutschland zum „Vogel des Jahres 2007“ gekürt.

Als ursprünglicher Felsbrüter hat sich der kleine Falke oft in Städten und Dörfern angesiedelt. Dort befinden sich seine Brutplätze auf Kirchtürmen, an höheren Gebäuden, Scheunen, auch an Schornsteinen oder unter hohen Brücken. Durch umfangreiche Sanierungsarbeiten an den unterschiedlichsten Gebäuden und durch moderne (Umwelt feindliche) Produktionsweisen in der Landwirtschaft hat der Turmfalke in den letzten Jahren zunehmend Probleme mit dem Auffinden von Brutplätzen und mit der Nahrungsbeschaffung für die Jungvögel.

Um eine aktuelle Übersicht zum Brutbestand dieser Art zu erhalten, hat der NABU gemeinsam mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und der Stiftung Vogelmonitoring zu einer bundesweiten Erfassung im Jahr 2007 aufgerufen. Daran beteiligten sich neun Mitglieder der Merseburger Fachgruppe. Sie erhielten Unterstützung und Informationen von Besuchern der Ausstellung im „Dicken Heinrich“ sowie durch Freunde und Bekannte. Es wurden 23 Messtischblattquadranten des Altkreises Merseburg-Querfurt untersucht, was einer Fläche von etwa 700 qkm entspricht. Folgende Brutplätze wurden kartiert:

  • 29 x an Hochspannungsmasten in der Feldflur
  • 27 x an Kirchen, Ruinen, Burgen, Türmen
  • 25 x in Industriebetrieben
  • 10 x an Brücken
  • 7 x an Silo, Mühle, Stallanlage
  • 8 x auf Laubbäumen
  • 4 x an hohen Wohngebäuden und
  • weitere 28 Brutreviere wurden ohne genaue Feststellung des Brutplatzes gezählt.

 

Insgesamt brüteten demnach 2007 mindestens 138 Turmfalkenpaare im Altkreis Merseburg-Querfurt (entspricht 19,7 Brutpaare auf 100 qkm). Allein ein Drittel aller Bruten (43 Paare) erfolgte in speziell für die Art angebrachten Nistkästen. Diese Kästen hingen in Industrieanlagen (DOW- Olefinverbund GmbH, Werk Schkopau und im Chemiekomplex Leuna), an Hochspannungsmasten sowie unter Brücken. Damit wird deutlich, dass es möglich ist dem exzellenten Mäusejäger gezielt zu helfen, und verloren gegangene Brutplätze durch das Anbringen von Nistkästen zu kompensieren.

 


 

Herausgabe einer Postkarte "10 Jahre Bienenfresser im Landkreis Merseburg-Querfurt" (2006)

 

Damit wollen wir diese neue Vogelart für unseren Landkreis mehr in das Bewusstsein unserer Bürger rücken und gleichzeitig für den  Schutz werben. Die Postkarte kann in unserer Ausstellung im "Dicken Heinrich "erworben werden. Gleichzeitig erfährt man auf zwei Postern viel Interessantes über die Bestandsentwicklung des Bienenfressers in Deutschland und aus unserer Region. Unsere Aktuellen Beobachtungen des Jahres 2006 weisen einen Brutbestand von ca. 100 Paaren aus (Erfassungen sind noch nicht abgeschlossen)

 


 

Herausgabe eines Faltblattes "Vogelarten im Landkreis Merseburg-Querfurt" (2006)

 

Das Faltblatt ersetzt und ergänzt die alte Artenliste vom Dez. 2004. Die Vogelarten sind nach den neuesten Erkenntnissen der Systematik und mit der aktuellen Schreibweise aufgeführt. Zu jeder Art werden Angaben zum Vorkommen (Kategorie, zum Brutstatus, und zum Status außerhalb der Brutzeit gemacht. Die entsprechende Einstufung der Art nach der aktuellen "Roten Liste" Sachsen-Anhalts ergänzt die Zusammenstellung.





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