Die Familie mit acht Jungtieren im Brutrevier am 13.06.2021, © Burkhard Lehmann

 

 Eine Schwanen-Geschichte

 

 

 Ein Beitrag von unserem Vereinsmitglied Burkhard Lehmann

 

Ein Gast aus dem Nordosten

 

Der Singschwan (Cygnus olor) ist Brutvogel der subpolaren Zone Eurasiens, überwintert aber mit zunehmenden Beständen in Mitteleuropa.

 

Erste Bruten in Deutschland

 

1990 konnte die erste Brutansiedlung im brandenburgischen Spreewald dokumentiert werden, diesem Paar folgten in den kommenden Jahren weitere. Seit 1998 brütet der Singschwan auch in der sächsischen Oberlausitz.

 

Erste Brut in Sachsen-Anhalt 

 

2013 siedelte sich auf dem Großen Mühlteich bei Dieskau im Saalekreis ein Paar an (Tischler 2017). Die Herkunft der Tiere konnte nicht geklärt werden, aufgrund ihres vertrauten Verhaltens gegenüber den Besuchern des Parks ist eine Flucht aus Gefangenschaft denkbar. 2013 schlüpften sechs Jungvögel, zwei wurden flügge.

In den Folgejahren kam es hier zu weiteren, teilweise auch erfolgreichen Bruten. Leider konnten die Jungvögel nicht beringt werden, sodass ihr Verbleib nicht bekannt ist.

 

Brut bei Kollenbey

 

Erstmals 2020 wurde auch bei Kollenbey ein (offensichtlich weiteres) Revierpaar beobachtet, dessen Verhalten dem von Wildvögeln entsprach. 2021 konnte dann hier die erst Brut nachgewiesen werden. Das Paar brachte alle acht Jungvögel bis zum Flüggewerden. Am 26. Juli 2021 konnten sieben der acht Jungvögel gefangen, beringt und auch mit gelben Hals- und Fußringen gekennzeichnet werden.

 

Ein Singschwan erhält den Ring der Vogelwarte Hiddensee ..., © Katrin Vorreyer
... und einen gelben Ablese-Halsring, © Katrin Vorreyer

Winter 2021/22

 

Vor allem durch die gelben Halsringe ließen sich in den kommenden Wochen und Monaten das Schicksal und der Lebensweg der Familie gut verfolgen. Nach und nach verschwanden drei der Jungvögel (der unberingte sowie zwei der beringten) spurlos. Bis Anfang Oktober wurde die Familie vielfach im Umfeld von Kollenbey beobachtet.

Ab Dezember konnten die Tiere mehrmals in der benachbarten Kiesgrube bei Burgliebenau nachgewiesen werden, welche sie offensichtlich als Schlafgewässer nutzten. Ab Mitte Dezember schlossen sich die beiden Altvögel mit den dann noch fünf Jungen einer großen, aus bis zu 130 Tieren bestehenden Singschwangemeinschaft bei Gröbers an, die hier über mehrere Wochen äste. Seit Mitte Januar hält sich die Familie wieder regelmäßig im Brutrevier bei Kollenbey auf und auch am Dieskauer Mühlteich ist wieder ein Singschwan-Paar anwesend.

 

2022 – eine neue Brut?

 

In den kommenden Wochen werden die Altvögel die Jungen aus dem Brutrevier vertreiben und hoffentlich erneut erfolgreich brüten. Es bleibt spannend, wo die fünf Jungtiere des Jahres 2021 übersommern und wo sie brüten werden, wenn sie im Alter von vier Jahren die Geschlechtsreife erreicht haben.

 

Um Meldungen von halsberingten Singschwänen über der Portal www.geese.org wird gebeten.

 

Die Altvögel mit drei der zu diesem Zeitpunkt noch lebenden fünf Jungtiere auf einer Äsungsfläche bei Gröbers am 28.12.2021, © Burkhard Lehmann




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